Bei der Leishmaniose handelt es sich um eine Infektion mit einem Parasiten. Die Leishmaniose ist ein sogenannte Zoonose, das bedeutet eine Krankheit, welche vom Tier auf den Mensch und umgekehrt übertragen werden kann. Der Krankheitserreger wird durch den Stich einer infizierten Sandmücke auf den Hund oder den Menschen übertragen.

Die Sandmücke Phlebotomus perniciosa kann Leishmaniose übertragen und wurde bereits in der Schweiz (Tessin) nachgewiesen.

Sandmücke der Gattung Phlebotomus

Quelle: Bayer HealthCare Deutschland, Ektoparasiten in der veterinärmedizinischen Praxis

Quelle: Die Leishmaniose des Hundes, Virbac

Die Krankheit kommt bei ca. 10% der Hunde, die im Mittelmeerraum (u.a. Portugal Griechenland, Spanien, Italien, Südfrankreich und Adriaküste) leben, vor. Es handelt sich um eine klassische Reisekrankheit: bei einer Reise in diese Regionen kann sich Ihr Hund mit der Krankheit anstecken. Sehr selten wird die Leishmaniose auch bei Hunden nachgewiesen, welche nie im Ausland waren. Es ist nicht geklärt, wie sich diese Hunde mit der Krankheit anstecken.

Die Hunde können nach einer Ansteckung mehrere Monate oder sogar Jahre gesund sein, bevor sie an der sogenannten klinischen Leishmaniose erkranken. Bei der Leishmaniose des Hundes kommt es zu sehr unterschiedlichen Symptomen wie: Schwäche, Fieber, Gewichtsverlust, Hautveränderungen mit Haarverlust um die Augen, Veränderungen im Blutbild, Gelenksentzündungen, Nierenversagen.
Die Diagnose einer Leishmaniose ist nicht immer einfach. Oft müssen Bluttests und weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um eine sichere Diagnose zu stellen.

Nur selten ist bei erkrankten Tieren eine vollständige Heilung möglich.

Rasterelektronenmikroskopische Darstellung von Leishmania, Parasit und rote Blutkörperchen sind abgebildet

Quelle: Bayer HealthCare Deutschland, Ektoparasiten in der veterinärmedizinischen Praxis

Wissenswertes:

  • in der Schweiz gibt es momentan keine mit Leishmanien infizierte Sandmücken (es ist jedoch davon auszugehen, dass sich die Sandmücke in der Schweiz weiter verbreiten wird)
  • ein erkrankter Hund stellt kaum ein Risiko für seinen Besitzer dar
  • bei der Katze gibt es nur wenige Fälle von Leishmaniose

Beim Menschen existieren verschiedene Formen der Leishmaniose, welche die Haut, die Schleimhaut und die inneren Organe befallen können. Die Krankheit kann wie beim Hund einen tödlichen Verlauf nehmen. Eine Impfung für den Menschen existiert zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.

Wenn Sie mit Ihrem Hund in den Süden reisen, besteht die Gefahr, dass Ihr Tier sich mit Leishmanien infiziert. Schützen Sie Ihren Hund vor dieser schweren und oft tödlich verlaufenden Krankheit.

  1. Kontakt mit Sandmücken vermeiden Die Sandmücke ist vor allem in den warmen Monaten in der Dämmerung aktiv. In südlichen Ländern sollte sich Ihr Hund deshalb eine Stunde vor Sonnenuntergang bis eine Stunde nach Sonnenaufgang (während der Dämmerung und nachts) in einem geschlossenen, mückensicheren Raum aufhalten.
  2. Schutz vor dem Stich der Sandmücken Repellent- Produkte wehren die Sandmücken vom Tier ab. Es existieren entsprechende Präparate als Spot-On-Formulierung  (werden auf die Haut des Tieres aufgetragen) oder als Halsband.
  3. Impfung gegen die Leishmaniose Seit 2012 ist der erste europäische Impfstoff gegen die Leishmaniose des Hundes erhältlich. Durch diese Impfung ist ein zusätzlicher Schutz Ihres Hundes möglich. Die Impfung erhöht die Abwehrfunktion seines Immunsystems gegen die Leishmanien. Planen Sie rechtzeitig, bevor Sie mit Ihrem Hund in den Süden fahren, denn die Erstimpfung sollte mindestens 10 Wochen vor der Abreise erfolgen.

Gerne beraten wir Sie über einen umfassenden Schutz für Ihren Hund.

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