Juckreiz

Juckreiz ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, welches zahlreiche Ursachen haben kann. Es ist wichtig, anhand weiterer Untersuchungen die auslösenden Krankheiten einzugrenzen, da diese jeweils unterschiedliche Therapien verlangen. Der Juckreiz kann für betroffene Hunde, aber auch für ihre Besitzer sehr unangenehm sein. Die Hunde kratzen oder lecken sich, knabbern an den Pfoten oder reiben den Kopf am Boden. Hunde mit Juckreiz sind oft sehr unruhig und verweigern teilweise das Futter.

Hot Spot am Kopf eines Hundes

Symptome

Es kann zu Schuppenbildung, Hautentzündung oder kahlen Stellen kommen. Bei Hunden mit Hautproblemen verliert das Fell seinen Glanz und wird stumpf. Kratzt oder leckt sich der Hund immer an derselben Stelle, dann liegt dem Juckreiz meist eine lokale Ursache wie zum Beispiel eine Ohrenentzündung, eine Augenentzündung oder ein Hotspot zugrunde. Bei einem Hotspot handelt es sich um eine akute, stinkende, nässende und schmerzhafte bakterielle Entzündung der obersten Hautschichten.

Die Auslöser des Juckreiz werden in 3 Gruppen eingeteilt:

  • Parasiten: z.B. Flöhe, Sarcoptes (Räudemilben), Ohrmilben
  • Bakterien
  • Allergie u.a. Flohallergie, Futtermittelallergie, Atopie

Floh

Weitere Untersuchungen

Je nach betroffenen Hautstellen und den vorliegenden Hautveränderungen werden unterschiedliche weitere Untersuchungen oder eine Therapie eingeleitet. In den meisten Fällen können zu Beginn Parasiten entweder ausgeschlossen oder direkt behandelt werden. Anschliessend wird eine allfällige bakterielle Infektion therapiert. Liegt eine Allergie vor, ist es teilweise schwierig, die zugrunde liegende Ursache herauszufinden, für die weitere Behandlung ist dies jedoch essentiell. Zu Beginn sollte eine Futtermittelallergie mittels einer Eliminationsdiät ausgeschlossen werden.

Atopie

Bei einer Atopie handelt es sich um eine wiederkehrende Hautentzündung mit Juckreiz, meistens leiden die Hunde ein Leben lang an dieser Erkrankung. Im Gegensatz zum Menschen mit Asthma und weiteren Atemwegsproblemen entwickeln Hunde bei einer Allergie vorwiegend Hautprobleme oder Verdauungsstörungen. Betroffene Hunde zeigen die ersten Symptome meistens in einem Alter von 1- 3 Jahren. Der Juckreiz und die resultierenden Hautentzündungen sind an Gesicht, Ohren und Pfoten besonders ausgeprägt. Boxer, Deutscher Schäferhund, Labrador-, Golden Retriever, West Highland White Terrier und Dalmatiner sind häufiger betroffen als andere Rassen. Die Allergene (Allergie auslösende Substanzen) werden über die Schleimhäute aufgenommen und führen zu einer Überreaktion des Immunsystems und einer Entzündung. Die Hunde können allergisch auf Pollen, Hausstaub- und Vorratsmilben, Schimmel- oder Hefepilze reagieren. Bei Hunden mit Pollenallergie sind die Symptome im Frühling/ Sommer besonders ausgeprägt, manche Hunde sind den Rest des Jahres symptomfrei. Anhand eines Allergietests (in der Haut oder im Blut) können teilweise die auslösenden Allergene bestimmt werden.
Hunde mit einer Atopie, welche stark unter Juckreiz leiden sprechen oft gut auf eine Therapie mit Kortison an. Häufig kommt es aber zu einer wiederkehrenden Hautentzündung sobald das Kortison gestoppt wird. Eine langfristige Gabe von Kortison kann zu Folgekrankheiten führen und sollte, wenn immer möglich, vermieden werden. Das Immunsystem kann auch mit anderen Medikamenten unterdrückt werden. Bei manchen Hunden wird zu einer Hyposensibilisierung geraten. Die Hunde erhalten regelmässig die auslösenden Allergene unter die Haut gespritzt oder über einen Spray ins Maul, um dem Immunsystem die vorliegende Überreaktion „abzugewöhnen“. Diese Spritzen können von den Besitzern zu Hause selber durchgeführt werden und sind für die Hunde kaum schmerzhaft. Die Hyposensibilisierung ist bei ca. 75% der Hunde erfolgreich. Die Therapie muss während Jahren, oft sogar lebenslang durchgeführt werden. Eine Minderung des Juckreizes und der Hautentzündung sind erst nach etwa 1-2 Monaten zu  erwarten. Als unterstützende Massnahmen können Spezial-Shampoos und essentielle Fettsäuren eingesetzt werden.

Häufig sind am Juckreiz mehrere auslösende Ursachen beteiligt. Für jeden Hund muss individuell die beste Behandlung oder eine Kombination aus verschiedenen Massnahmen bestimmt werden.