1. August

Wie können Sie den Tag für Ihren Hund möglichst stressfrei machen

Viele Hunde haben Angst oder sind zumindest gestresst, wenn es knallt. Leider wird diese Angst mit den Jahren immer schlimmer und kann sich zu einer Phobie entwickeln und generalisieren. Das heisst, der Hund reagiert schon panisch, wenn irgendwo eine Türe knallt, geschossen wird, bei Gewitter etc.

Grundsätzlich wäre die einfachste Lösung dem Lärm zu entfliehen und sich einige Tage Ferien im Ausland zu gönnen. Ist das nicht möglich, kann versucht werden, den Tag für Ihren Hund so angenehm wie möglich zu gestalten. Haben Sie Freunde, die abseits wohnen und sich über einen Besuch mit Hund freuen würden? Organisieren Sie eine Party in einem Luftschutzraum, ein Spielabend im Kellerzimmer, fahren während der schlimmsten Knallerei 2 Stunden auf der Autobahn oder hören Sie zusammen mit ihrem Hund ein Hörbuch in der Tiefgarage.

Wie kann man sehen, dass ein Hund Angst hat?

  • Zittern
  • Hecheln
  • Speicheln
  • Durchfall
  • geduckte Haltung oder Verkriechen
  • verminderte Futteraufnahme
  • verminderte Aktivität oder Spielfreude
  • Unruhe, Herumirren
  • Jaulen, Bellen
  • zerstörerisches Verhalten
  • exzessives Belecken eines Körperteils

Wenn Sie dem Lärm nicht entfliehen können, beobachten Sie ihren Hund vorher. Wo möchte er sich verkriechen, wenn er Angst hat? Bereiten Sie diesen Ort oder dieses Zimmer für ihn vor. Legen Sie Decken hin, damit er sich darunter verkriechen kann, schliessen Sie Vorhänge, Rollläden und Storen, lassen Sie (laute) Musik laufen. Viele Hunde suchen die Nähe zu ihren Besitzern. Wenn Ihr Hund gerne bei Ihnen sitzt und anlehnen möchte, lassen Sie ihn. Vielen Hunden gibt das Sicherheit. Sie dürfen auch ruhig mit Ihrem Hund sprechen, ihm eine Geschichte erzählen oder alles, was Ihren Hund beruhigt. Vermeiden Sie aber allzu viel Mitleid und Bedauern, versuchen Sie selber relaxed zu bleiben. Es gibt auch Hunde, die lassen sich mit Spiel ablenken, verstecken Sie Guddis oder Spielzeuge. Gut ist, wenn Sie diese Situation schon vorher mit Ihrem Hund ausprobiert und trainiert haben und wissen, wie er darauf reagiert.
Fragen Sie ihren Tierarzt, es gibt verschiedene Medikamente, die helfen können.

  • Falls Sie von Ihrem Tierarzt Medikamente bekommen haben, geben Sie diese nach Anweisung.
  • Schauen Sie, dass Sie Ihren Hund das letzte Mal versäubern, bevor die Knallerei losgeht. Lassen Sie ihn dabei auf keinen Fall von der Leine
  • Man kann diese Angst teilweise mit einer Verhaltenstherapie behandeln. Dabei wird mit Hilfe von Ton-Aufnahmen eine Desensibilisierung und Gegenkonditionierung versucht. Frau Tatiana Lentze ist diplomierte tierärztliche Verhaltensmedizinerin STVV (Schweizerische Tierärztliche Vereinigung für Verhaltensmedizin)und berät Sie gerne.
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